Geothermie Fleesensee

Im Hotel & Sportresort Fleesensee in Göhren-Lebbin entsteht die erste Tiefengeothermieanlage, die ohne fossile Brennstoffe den vollständigen Wärmebedarf einer Ferienanlage ganzjährig deckt. BLS Energieplan verantwortet im Auftrag der Fleesensee Green Energy GmbH die Planung der geothermischen Heizzentrale und des Fernwärmenetzes.
Standort
Mecklenburg-Vorpommern
Auftraggeber
Fleesensee Green Energy GmbH
Investitionsvolumen
ca. 6 Mio. €
Projektzeitraum
2026

Im Hotel & Sportresort Fleesensee in Göhren-Lebbin entsteht die erste Tiefengeothermieanlage, die ohne fossile Brennstoffe den vollständigen Wärmebedarf einer Ferienanlage ganzjährig deckt. BLS Energieplan verantwortet im Auftrag der Fleesensee Green Energy GmbH die Planung der geothermischen Heizzentrale und des Fernwärmenetzes.

Auftrag

Ziel des Vorhabens ist die vollständige, ganzjährige Abdeckung des Wärmebedarfs von insgesamt 18 Liegenschaften des Hotels & Sportresort Fleesensee in Göhren-Lebbin. Darunter Hotels mit SPA-Bereichen, Ferienappartements, Personalunterkünfte sowie ein Erlebnisbad – durch die hydrothermale Tiefengeothermieanlage. Der Wärmebedarf liegt bei ca. 14,7 GWh pro Jahr.

 

BLS Energieplan verantwortete die Machbarkeit zur tiefengeothermischen Wärmebedarfsdeckung und Planung der geothermischen Heizzentrale (Thermalkreis, Wärmepumpenzentrale, Besicherungsanlage), die technische Gebäudeausrüstung, die Fernwärmeauskopplung sowie die Übergabe an die einzelnen Verbraucher. Die Planungsleistungen umfassen im Rahmen der BEW-Förderung (Modul 1) die HOAI-Leistungsphasen 1 bis 3 mit Unterstützung der Leistungsphase 4.

 

Die tiefengeothermische Erschließung erfolgt über eine hydrothermale Dublette mit einer Fördertemperatur von 49 °C bei einer Nennförderrate von 80 m³/h. Eine Kaskade aus vier modulierend regelbaren Wärmepumpen mit einer installierten Leistung von 4,15 MW übernimmt die thermische Auskopplung. Damit kann die geothermische Anlage –ergänzt durch einen Pufferspeicher – den jährlichen Wärmebedarf inkl. Spitzenlasten vollständig decken und die bisher eingesetzten fossilen Gaskesselanlagen vollständig ersetzen – einzigartig in der Tiefengeothermie.

Leistungen
  • Planung des Thermalkreises: Auslegung von Wärmeübertrager, Injektionspumpe, Filtereinheiten, Slop-Behälter, Stickstoffbeaufschlagung und Rohrleitungsbau für den geothermischen Primärkreis; modulierende Injektionstemperatur zwischen 15 °C und 46 °C
  • Auslegung und Systemintegration der Wärmepumpenkaskade: Konfiguration von vier Wärmepumpen für Grund-, Mittel-und Spitzenlast, hydraulische Einbindung und genehmigungsrechtliche Anforderungen
  • Besicherungsanlage: Planung einer Gaskesselanlage (4 MW) als Redundanzmaßnahme
  • Fernwärmenetzintegration und Netzsimulation: Fernwärmeauskopplung(80/60 °C, ca. 5 km Trassenlänge) mit hydraulischer Berechnung für Winter- und Sommerbetrieb
  • Planung der indirekten Hausübergabestationen: TGA-Planung und Schnittstellenkoordination für alle 18 Verbraucherliegenschaften; Anbindung der Bestandsanlagen
  • Technische Gebäudeausrüstung der geothermischen Heizzentrale: Planung aller KG 410–470-Gewerke (Abwasser, Wasser, Gas, Wärmeversorgung, Lüftung, Kälte, nutzungsspezifische Anlagen) sowie Laufkran(KG 465) für den Anlagenbetrieb
  • Begleitung der BEW-Förderung: Unterstützung der Projektdokumentation für BEW Modul 1
  • Machbarkeitsstudie zur tiefengeothermischen Wärmebedarfsdeckung: Vergleich des Potenzials des hydrothermalen Reservoirs zum Wärmebedarf, Sensitivitätsbetrachtung der Förderraten und Entwicklung eines redundanten Versorgungskonzepts für maximale geothermische Abdeckung
  • Wärmebedarfsermittlung und Lastgangerzeugung: Erfassung und Simulation der stündlichen Wärmebedarfsprofile von 18 Liegenschaften (ca.14,7 GWh/a) mittels TOP-Energy und STANET; Berücksichtigung von Sommer- und Winterbetrieb sowie Neubauvorhaben
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